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Wolfgang Weber

Wolfgang Weber

Wolfgang Weber erblickte am 26. Juni 1944 in Pommern das Licht der Welt. Damals ahnte natürlich noch niemand, dass er einmal für die deutsche Nationalmannschaft ein sehr wichtiges Tor schießen würde. Seine Laufbahn als Fußballspieler begann er im jugendlichen Alter von 10 Jahren bei der SpVgg Porz. Dort bemerkte man rasch, dass Weber nicht nur in der Deckung gut war, sondern auch immer einen gewissen Drang nach vorne hatte. Bei einem Jugendauswahlspiel entdeckte der damalige Trainer Zlatko Cajkovsky vom 1. FC Köln, den Kampfgeist und die Vielseitigkeit des jungen Spielers. Die Vereinsführung vom 1. FC Köln und Cajkovsky bewegten Wolfgang Weber 1963 dazu, sich von seinem alten Verein zu trennen, um ihn für die gerade neugegründeten Bundesliga als Vertragsspieler zu verpflichten.

Seiner starken Einsatzbereitschaft und seinem großen Laufpensum hatte es der 19jährige zu verdanken, dass ihn Bundestrainer Helmut Schön für das Länderspiel am 29. April 1964 gegen die Tschechoslowakei in die Nationalmannschaft holte. Trotz einer starken Leistung von Weber bei diesem Spiel, verlor die deutsche Mannschaft nur knapp mit 3 : 4 Toren vor 65.000 begeisterten Zuschauern in Ludwigshafen. Bereits im gleichen Jahr wurde der 1. FC Köln mit Wolfgang Weber in der Bundesligasaison 1963/64 deutscher Meister. Das Viertelfinalspiel um den Europapokal der Landesmeister am 24. März 1965, sollte für Weber wohl das schmerzvollste in seiner Laufbahn werden. Nach zwei torlosen Spielen wurde beschlossen, das Entscheidungsspiel gegen den FC Liverpool im neutralen Rotterdam auszutragen. Beide Mannschaften hatten nichts zu verschenken und etliche Fouls überschatteten dieses dramatische Match. Im Eifer des Gefechts prallte der einsatzstarke Weber mit seinem Gegenspieler so hart zusammen, das er in seinem rechten Bein einen dumpfen Schmerz verspürte. Bis zur Halbzeitpause quälte er sich über das Spielfeld bevor der Vereinsarzt vom 1. FC Köln die Verletzung behandeln konnte. Nach etlichen Massagen und anderen Behandlungsmethoden forderte der Vereinsarzt Weber auf, von der Mannschaftsbank in der Kabine auf den Boden zu springen. Wolfgang Weber gehorchte und sprang mehrmals mit schmerzverzerrten Gesicht von der Bank auf den Boden. Der Arzt stellte fest, dass Webers Bein weiterhin belastbar ist und ließ ihn trotz der starken Schmerzen weiter spielen. Die Geißböcke lagen mit 0:2 Toren im Rückstand und dennoch gelang es der Mannschaft bis zum Ablauf der regulären Spielzeit auf ein 2:2 auszugleichen. In der Verlängerungsphase konnte kein Gewinner ermittelt werden und so musste das Los über Sieger und Verlierer entscheiden.

Dieses nervenaufreibende Spiel wollte einfach kein Ende nehmen, denn als der Unparteiische die Münze hoch in den Abendhimmel warf, fiel diese senkrecht zu Boden und blieb wie angespitzt im durchfurchten Rasen stecken. Obwohl Weber mit einem gebrochenem Wadenbein gespielt hat, entschied sich Fortuna beim zweiten Wurf für den FC Liverpool. Helmut Schön wusste, dass Wolfgang Weber sehr hart in der Verteidigung ist und deshalb war es für Schön auch keine Frage, dass der "Bulle" (so wurde er genannt) mit zu den 22 Kandidaten zählte, die in England um den Fußball – Weltmeistertitel kämpften. Weber und Beckenbauer waren die jüngsten Spieler in der deutschen Mannschaft, die im Endspiel der Fußball – Weltmeisterschaft 1966 gegen England mit auf dem Platz standen. In dieser dramatischen Schlacht führte der Gastgeber mit 2:1 Toren und das Spiel wollte sich schon dem Ende neigen. Die deutsche Mannschaft war bis auf Tormann Hans Tilkowski aufgerückt und nur 60 Sekunden vor dem Schlusspfiff gelang es Weber den Ausgleichstreffer zu erzielen. Die 100.000 Zuschauer im Wembley - Stadion tobten und das Spiel ging in die Verlängerung. Doch diesmal war das Glück nicht auf der Seite der deutschen Spieler. England bezwang die Mannschaft von Trainer Helmut Schön schlussendlich mit 4:2 Toren.

Zwei Jahre später wurde Wolfgang Weber mit dem 1. FC Köln durch einen 4:1 Erfolg über den VfL Bochum in Ludwigshafen erstmals deutscher Pokalsieger. Bei der Fußball – Weltmeisterschaft 1970 in Mexiko konnte Weber nur zwei Spiele in der deutschen Nationalmannschaft absolvieren. Bei dem Spiel Deutschland – Bulgarien am 7. Juni 1970 in Leon wurde Franz Beckenbauer wegen einer Oberschenkelverletzung gegen Wolfgang Weber ausgetauscht. Sein zweites Spiel in diesem Turnier bestritt der robuste Verteidiger in voller Länge. Am 20. Juni 1970 spielte Deutschland gegen die Mannschaft aus Uruguay um den dritten Platz und bezwang diese mit 1:0 Toren. 1974 beendete Wolfgang Weber nach 53 Länderspieleinsätze in denen er zwei Tore erzielte, seine Karriere in der Nationalmannschaft. 1966 wurde er in England Vize – Weltmeister und bei der Weltmeisterschaft 1970 in Mexiko belegte er mit der deutschen Mannschaft den dritten Platz. Seine größten Erfolge als Vertragsspieler feierte er mit dem 1. FC Köln 1968, 1977 und 1978 als deutscher Pokalsieger sowie 1964 und 1978 als deutscher Meister.

Hall of Fame des deutschen Fussballs

 

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